Die schöpferische Kraft ist in uns

Als wir noch klein waren, wenige Monate alt, waren wir vollkommen abhängig.
Bring´ mir etwas zu essen. Dreh´ mich um, mach´ mich sauber, sprech´ mit mir….
Im Alter von 10 Jahren war vieles anders.
Psychologen haben die Erkenntnis gewonnen, dass sich 10-jährige physisch selbst versorgen können, psychisch jedoch kaum überlebensfähig sind. Ein 20-jähriger ist in der Theorie vollkommen eigenständig und kann selbstverantwortlich handeln.


Von der Fremdbestimmung zum Erwachsenenmodus


„Das Problem muss weg von mir“

Kennen Sie das? Die anderen sind Schuld. Die Umstände zwingen mich.
Wenn die Beziehung mit dem/der Partner/in nicht richtig läuft, ist es der andere, der sich so dumm anstellt. Wenn im Business etwas schief geht, wird der Schuldige gesucht. Nicht wir nehmen uns in die Verantwortung. Es war ein anderer Schuld…. Bei dieser Einschätzung fühlen wir uns erstaunlich wohl. Das Thema ist dann erst mal weg von uns.


Der andere muss es richten

Einen Schritt weiter gedacht ist festzustellen, dass die Macht zur Veränderung der Situation so der andere hat. Wir haben sie leichtfertig abgegeben, die Veränderungshoheit. Warum tun wir das? Warum rennen viele Menschen von einem Arzt zum anderen? Warum rufen manche nach ihrem Therapeuten, wenn es ihnen schlecht geht? Der Preis für diese persönliche Einstellung ist enorm hoch.


Die Helikopter-Eltern

Denn in diesem Moment der Schwäche beamen wir uns zurück ins Säuglingsalter. Wir haben vergessen, dass wir erwachsene Menschen sind, die die Macht und die Kompetenz haben, eine ungünstige Situation zu verbessern, ein Problem selbst zu lösen.
Als 10-jährige haben uns die Eltern entlastet und kurzerhand für uns das Problem erledigt.
Mit 20 rufen viele immer noch nach den anderen, die das Problem lösen sollen. Im Geschäftsleben gehen wir den Problemen aus dem Weg, vermeiden Herausforderungen und üben uns im Verhindern von scheinbar unlösbaren Aufgaben.


Die Kunst des Scheiterns

Es ist leicht, die Verantwortung zu verweigern. Aber es bringt Erfüllung, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
Jedes gelöste Problem macht Spaß, bringt uns und unser Umfeld voran und steigert unser Selbstwertgefühl.
Scheitert man in jungen Jahren, sind die Konsequenzen noch überschaubar. Das Scheitern ist noch leichter. Aber es ist wichtig, das Selbstbewusstsein und die Gewissheit zu entwickeln, dass man jedes Problem selbst lösen kann – und das braucht Übung.


Gestaltungswille

Der Weg dorthin geht nur übers Scheitern. Erst wenn wir die Erfahrung machen, Probleme selbst lösen zu können, wächst die Gewissheit, dass wir auch die nächste Herausforderung meistern werden. Mit jedem Mal werden wir erwachsener und sind bereit, die Verantwortung für uns selbst und schließlich auch für andere zu übernehmen.


Vom Glück der Selbstbestimmung

Sind wir erst mal soweit gekommen, haut uns nichts mehr um, denn wir haben jetzt eine hohe Lösungskompetenz erreicht. Wir bewegen uns im Erwachsenenmodus. Wenn Sie jetzt denken, dass dieser Lernvorgang einmal ein Ende hat, dann muss ich Sie enttäuschen.
Dennoch wächst jedes Mal, wenn wir die Verantwortung übernehmen, unser Gestaltungswille. So bringen wir uns in die glückliche Lage der Selbstbestimmung.

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Design Tech

www.designtech.eu

2 Kommentare
  • Dipl. Wirtsch.-Inf. Matthias Garten
    Veröffentlicht um 09:08h, 01 Juni Antworten

    Hi Jürgen,

    Danke für den Impuls – klasse:))

    Mir ist das Thema Resilienz dazu eingefallen.
    Nur wer resilient ist, kann scheitern und damit umgehen.
    Wer in seiner Kindheit keine Unterstützung der seelische Robustheit erfahren hat, wird sein Leben lang kämpfen müssen.
    Viele werden dabei depressiv, krank und flüchten in andere Welten.

    Viele Grüße
    Matthias

  • Roberto Laraia
    Veröffentlicht um 23:19h, 01 Juni Antworten

    Bravo Das trifft es sehr genau

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