Ohne Kontinuität behalten Sie nicht Ihre Flughöhe

Während einer Flugreise wurde der amerikanische Kaugummi-König Philipp Wrigley von einem begleitenden Journalisten gefragt: „Sagen Sie, Herr Wrigley, warum stellen Sie eigentlich Ihre aufwendige Werbung nicht ein? Alle Welt kauft doch bereits Ihre Kaugummis und Sie könnten mit einem einzigen Schlag ein Vermögen einsparen!“
Darauf entgegnete Wrigley: „Wir haben schon seit geraumer Zeit unsere Flughöhe von 6.000 Metern erreicht. Schlagen Sie wirklich vor, dass ich jetzt ins Cockpit gehe und den Piloten anweise, die Motoren abzuschalten, um Treibstoff zu sparen?“


Wenn’s läuft, dann läuft’s

 

Betäubung
In den Anfangsjahren meiner Selbstständigkeit war mir klar, dass ich einen Großteil meiner Zeit dafür aufwenden sollte, neue Kunden zu gewinnen. So habe ich Jahr für Jahr Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und feste Verbindungen aufgebaut, die dann – oft erst Jahre später – einen Auftrag vergeben haben. Mir war klar: Nur der Beharrliche hat Erfolg. Und so ist die Erfolgslokomotive langsam in Schwung gekommen. Ich hatte viel Glück, denn die Netzwerktätigkeit macht mir auch heute noch große Freude. Vor vielen Jahren war es dann soweit. Wir bei Design Tech hatten durch Anfragen jede Menge Aufträge, die wir kaum bewältigen konnten.

 

Wachsamkeit
In der Folge war ich mit meinem Team mit den Projekten beschäftigt und hatte keine Zeit und sah auch keine Notwendigkeit, neue Aufträge zu finden. „Alles läuft bestens“ dachte ich mir.
Ohne es zu bemerken, verlor ich an Momentum. Ich meine damit diesen Schwung, den ein Mühlrad hat, wenn man es mit viel Mühe in Bewegung gebracht hat, bis man den Eindruck hat, dass es jetzt alleine läuft.

 

Konzentration
Jeder weiß, dass es kein Perpetuum mobile gibt. Nur ich hatte es wohl vergessen. Alleine durch Energieeinsatz kann das Mühlrad auf Drehzahl gehalten werden. Dennoch ist die Verlockung enorm, dieses Naturgesetz so lange zu ignorieren, bis das Rad steht. Dann kam bei mir das Erwachen und ich bemerkte, dass es ungemein schwierig ist, das Momentum wieder aufzubauen.

 

Reaktionsfähigkeit
Ich kenne auch Menschen, die das nicht mehr geschafft haben und untergegangen sind. Davor ist niemand geschützt.
Wenn die Auftragslage am Boden ist, hat jeder Unternehmer mächtig Druck und es besteht die Gefahr, dass man dann alle wichtigen Grundsätze, die man über Jahrzehnte erarbeitet hat, vorschnell aufgibt, um die schwierige Zeit zu überbrücken. Sie vermuten richtig: Dadurch wird es nur noch schlimmer. Dennoch wurde mir in der Krise bewusst, dass ich auch viele ungünstige Verhaltensweisen entwickelt hatte, die jetzt dringend und schnell identifiziert werden sollten und über Bord mussten.
Auch die Zeiten ändern sich und bestimmte Erfolgsregeln funktionieren nicht mehr. Da hilft es nicht, weiter wie ein Verrückter am Mühlrad zu drehen. Jetzt ist es höchste Zeit, durchdacht und sorgfältig gezielte Veränderungen vorzunehmen, die Auswirkungen zu beobachten und zu bewerten. Alles zusammengenommen handelt es sich um einen sehr komplexen Vorgang, der nur mit Energie, Sorgfalt und Hirn bewältigt werden kann.

 

Neustart
Hat man erst mal ein Momentum aufgebaut, ist das eine feine Sache und es ist ungemein wichtig, jeder Veränderung Beachtung zu geben und dabei das Mühlrad in Schwung zu halten. Dieses Prinzip des Momentums gilt für alle Lebensbereiche.

 

Ihr Jürgen R. Schmid

 

 

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de

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