Warum es wichtig ist zu wissen, was der andere nicht weiß

Beim Kommunikationstraining wird fleißig das empathische Zuhören gepredigt. Wie stehts aber mit unserer Fähigkeit des „empathischen Redens“? Also auf allen Ebenen so zu kommunizieren, dass beim anderen die Inhalte tatsächlich auch richtig ankommen. Oftmals setzen wir Wissen und Fähigkeiten beim Empfänger unserer Botschaft voraus und sind erstaunt, wenn das Verständnis sowie die aktive Mitwirkung an einem Projekt ausbleiben.


In der Kommunikation ist ein Lächeln der kürzeste Weg

 

Fachwissen hat nur der Fachmann

Als Industrial Design Experten für Maschinenbau machen wir immer wieder den Fehler, dass wir im Gespräch mit unseren Kunden davon ausgehen, dass diese unsere Fachbegriffe und hochspezialisierten Prozesse verstehen und den nachhaltigen Nutzen erkennen. In der Vergangenheit hatte dies immer wieder erhebliche Missverständnisse und sogar Verärgerung unserer Kunden zur Folge. Ein Beispiel:

 

Zwei Workshops mit dem gleichen Kunden

Bei zwei dicht aufeinander folgenden Projekten für das selbe Unternehmen führten wir jeweils beim Projektstart einen Kick-off-Workshop durch. Ziel eines Kick-off-Workshops ist es, das Projekt, die Zielsetzung, die Umfeldfaktoren und die Absichten des Unternehmens in höchstem Grad zu verstehen, um anschließend für diesen Kunden und diese Projekte jeweils punktgenau das einzig richtige Maschinendesign zu entwickeln.

 

Der Kunde war verärgert

Doch zu Beginn des zweiten Workshops machte sich hochgradiger Widerstand beim Kunden breit. „Warum schon wieder Zielsetzung? Die haben wir doch bereits für das erste Projekt vor drei Wochen erarbeitet“, hieß es. Der Projektleiter von Design Tech hatte im Vorfeld versäumt für das Verständnis zu sorgen, dass jedes Projekt für unsere Industrial Designer seine höchst individuelle Besonderheit hat. Und diese wollen wir mit den Entscheidern sorgfältig herausarbeiten, auch wenn es sich um den gleichen Auftraggeber handelt. Da aber die Unternehmensleitung und Vorstände stets auf heißen Kohlen sitzen und wenig Zeit haben, werteten sie den zweiten Kick-off als Wiederholung und waren verärgert über die vermeintliche Zeitverschwendung, die wir den Teilnehmern zumuteten.

 

Erst die Präsentation der Ergebnisse sprach für unsere Vorgehensweise

Wir hatten das Verständnis für unser Spezialwissen vorausgesetzt, das die Teilnehmer nicht haben konnten. Erst bei der Präsentation der Design-Ergebnisse hatten wir die Gelegenheit, aufzuzeigen, dass sich die Auswertung des zweiten Workshops enorm von der des ersten unterschied, und dass die Designideen der beiden Projekte nun präzise und zielgenau aufeinander abgestimmt waren.

 

Gesprächspartner „abholen und hinführen“

Bei einem vertrauensvollen Austausch mit diesem Kunden war schließlich allen Beteiligten bewusst, wie bedeutsam es ist, Gesprächspartner „abzuholen“ und sicherzustellen, dass die Inhalte auch tatsächlich „ankommen“. Erst dann können wir von einem intensiven Mitwirken und einem optimalen Workshop-Ergebnis ausgehen.

 

Die Herausforderung liegt im Tun.

Die Belohnung bekommen wir durch eine effiziente Zusammenarbeit und höchste Ergebnis-Sicherheit.

Diese Erkenntnis ist natürlich auch für uns nicht neu. Dennoch müssen wir uns im Alltag immer wieder zurückpfeifen und uns vergegenwärtigen, dass z. B. unsere anspruchsvolle und tiefgreifende Design to success Methodik für Ingenieure und Betriebswirtschaftler zunächst nur Fragezeichen aufwerfen kann. So üben wir uns bei jedem Projekt aufs Neue darin, unseren Kunden einfühlsame Erklärungen zu geben.

Ich wünsche auch Ihnen eine Woche mit viel Fingerspitzengefühl für empathische Gespräche, die zu einem tiefen, gegenseitigen Verständnis führen und so Ihre Projekte vollständig in Bewegung bringen.

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de

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