Wir haben den Mini-Akkuschrauber erfunden



Bevor sich Design Tech auf Maschinendesign fokusiert hat habe ich mich fast 20 Jahre intensiv mit Elektrowerkzeugen sowie den Anwendern und Märkten dieser Branche auseinandergesetzt. Wir haben jährlich mehr als zehn Elektrowerkzeugen eine neue ergonomische Form gegeben, darunter auch dem beim Handwerk und bei Privatanwendern beliebten Akkuschrauber. Ich habe über die Jahre festgestellt, dass ich nützliche Ideenerkenntnisse und Chancen dann am besten erfasse, wenn ich alle relevanten Bereiche einbeziehe, beobachte und durchleuchte: Angefangen von der Herstellbarkeit, den Kosten, der Montage, den Anwendern und den Belangen der Verkäufer bis hin zum Service und zur Technologie.


Foto: René Staud


Es fehlte ein handlicher, leichter Akkuschrauber

Dabei ist mir aufgefallen, dass die herkömmlichen Akkuschrauber durch ihre Größe und den Akkupack viel zu schwer und zu unhandlich sind. Auch fand ich heraus, dass die meisten Menschen dieses Werkzeug sowohl gewerblich als auch im Hobbybereich eher in kurzen Zyklen und für leichtere Aufgaben einsetzten. Eine nähere Untersuchung der Märkte bestätigte, dass lediglich 20% der Anwender einen leistungsstarken Akkuschrauber benötigten, 80% der Nutzer somit völlig überausgestattet waren.


Von un- zu realistisch

Diese Ausgangslage setzte bei mir einen kontinuierlichen Ideenprozess in Gang. Der bekannte Hirnforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer bemerkte bei unserem letzten Ammerbucher ! Design Talk: „Geben Sie Ihrem Gehirn eine Aufgabe und es wird sie lösen.“ Genau diesen Ideenprozess habe ich bei mir angestoßen. Mein Gehirn arbeitete im Hintergrund unermüdlich. Nach einiger Zeit verdichtete sich meine Idealvorstellung: Verfügte mein Zeigefinger über einen Bit – also einen kurzen, auswechselbaren Schraubendrehereinsatz – dann hätte ich das Werkzeug immer dabei. Um daraus einen Mini-Akkuschrauber zu machen, müsste man ihn nur noch mit einem kleinen, implantierten Motor versehen. Wenn Sie diese Idee als unrealistische Spinnerei abtun, dann haben sie Recht. Meiner Erfahrung nach erscheinen große Ideen am Anfang immer unrealistisch. Als nächste Herausforderung galt es, das „un“ von dem „unrealistisch“ kompromisslos zu eliminieren.


Ein kleines Gerät erobert sich pfeilschnell einen großen Marktanteil

Unser erstes Muster präsentierte sich in Form eines nur faustgroßen Gerätes. Die Freude beim Management der Firma Metabo hielt sich – für mich völlig unverständlich – in Grenzen, der Tenor war kritisch. Metabo sei kein Hersteller von Spielzeugen, sondern von Profigeräten, hieß es. Erst ein erneuter Vorstoß beim Vorstandsvorsitzenden brachte schließlich die erhoffte Wende. Der im Laufe des Gesprächs vom Erfolg überzeugte Metabo-Chef konnte es nun kaum abwarten, bis das kleine Gerät in den Handel kommen würde.


Wertschöpfender Mehrwert und gesprengte Verkaufserwartungen

Im Zuge dieses Ideenprozesses war auch der wertschöpfende Mehrwert unserer Arbeit von zentraler Bedeutung. Daher interessierte es mich brennend, wie hoch die Verkaufserwartungen waren. Ich erfuhr vom Vorstandssprecher, dass man mit 20.000 verkauften Produkten pro Jahr rechnete. Ein Jahr später erkundigte ich mich nach den tatsächlichen Zahlen und war nicht überrascht, dass wir die Verkaufserwartungen um 700% übertrafen. Dieser Erfolg war nur durch die Kreativität, durch das Marktgefühl und ausgeprägte Hartnäckigkeit – gepaart mit enormer Frustrationstoleranz von einem begabten Ingenieur der Firma Metabo und mir möglich.


Andere Hersteller zogen erfolgreich nach

Die Firma Metabo war der erste Hersteller eines leistungsstarken Mini-Akkuschraubers. Andere Unternehmen der Branche folgten diesem Trend und waren zum Teil sogar noch erheblich erfolgreicher. Die entsprechende Ausführung von Bosch, das Modell IXO, gilt als erfolgreichstes Elektrowerkzeug der Firmengeschichte, wie mir Herrmann Scholl, Ehrenvorsitzender der Bosch-Gruppe, einmal mitteilte.


Unsere Devise „Design to success“ bewahrheitete sich auch hier

Diese Erfahrung gab mir endgültig die Sicherheit, dass meine Herangehensweise Erfolg versprechend ist. Mit vielen Projekten aus dem Maschinendesign kann ich heute nachweisen, dass die konsequente Anwendung der „Design to success“ -Strategie von Design Tech den wirtschaftlichen Mehrwert unserer Arbeit garantiert.

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Design Tech

www.designtech.eu

1Kommentar
  • Jörg Seyerle
    Veröffentlicht um 20:02h, 16 Juni Antworten

    Hallo Herr Schmid ,
    Gut geschrieben , bin gerade in Stockholm.
    Falls Sie mal wieder ein event haben komme ich mal vorbei .
    Habe noch einige Ideen , die leider auf Halde liegen
    Gruß vom Ingenieur

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