Abschalten – aber wie?

Jeden Tag beschäftige ich mich mit anspruchsvollen Themen, beantworte schwierige Fragen und treffe folgenschwere Entscheidungen. Um erfolgreich zu sein, muss ich jedoch mit all meinen Gedanken und Sinnen hoch konzentriert und präsent sein. Seit ich meine „Abschalt-Methode“ entwickelt habe, gelingt es mir, meine persönlichen kritischen Angelegenheiten während der Arbeit „abzuschalten“.

 


Mit Geplanten Denkzeiten den kritischen Themen einen begrenzten Raum geben

 

Vor einigen Tagen fragte mich ein ehrgeiziger Mitarbeiter, wie Abschalten geht. Er meinte das Abschalten nach der Arbeit, denn er wollte nicht ausbrennen und seine Produktivität nicht gefährden. Ein nachvollziehbares Anliegen. Aber noch viel schwieriger und relevanter für den beruflichen Erfolg ist es, persönliche Schwierigkeiten als Störfaktoren außen vor zu halten. Das habe ich selbst intensiv erfahren. Vor vielen Jahren hatte ich eines meiner größten persönlichen Probleme zu lösen. Ich konnte von morgens bis abends an nichts anderes mehr denken. Sehr wahrscheinlich hat es mich auch im Schlaf beschäftigt. Meine Gedanken drehten sich im Kreis und ich war vollkommen unproduktiv. Nach einigen Tagen war mir klar, dass ich eine Lösung brauchte, um wieder konzentriert zu sein.

 

Ablenken ist nicht Abschalten

Ich versuchte es mit jeder denkbaren Art der Ablenkung. Aber das hat mich nicht wirklich weitergebracht. Meine Gedanken drehten sich mechanisch und autonom im Kreis. Ein Freund riet mir fürsorglich zu einer Kreuzfahrt, um auf andere Gedanken zu kommen. Das habe ich schnell verworfen, denn Kreuzfahrten sind überhaupt nicht mein Ding. Ein anderer riet mir, locker zu bleiben und nicht an mein Problem zu denken. Das schien mir unmöglich. Dennoch brachte mich sein Vorschlag nach einiger Zeit auf eine Idee.

 

Geplante Denkzeiten helfen

Anstatt mir das Nachdenken komplett zu verbieten, wollte ich mir jeden Tag 30 Minuten erlauben, in denen ich mich ausschließlich meinem persönlichen Problem widmen würde. Diese halbe Stunde plante ich fest ein. Ich hatte dafür die Mittagspause vorgesehen und wollte das Nachdenken mit einem Spaziergang verbinden. Den Rest des Tages wollte ich mich ausschließlich dem Maschinendesign zuwenden und die Firma weiterentwickeln. Keiner meiner Freunde hatte dieser Idee eine echte Chance eingeräumt. Sie meinten: Wie soll das gehen? Wenn die Gedanken kreisen, dann ist das nicht zu beherrschen. Doch ich war optimistisch und wollte es wissen.

 

Übung macht den Meister

Morgens intensiv arbeiten, mittags dann eine halbe Stunde Zeit, um über mein Problem nachzudenken, nachmittags wieder kreativ sein – das war mein Plan. Doch in den ersten Tagen drohte mein Vorhaben kläglich zu scheitern. Aber ich blieb hartnäckig. Einmal beschlossen, verfolgte ich meine kleine Strategie konsequent weiter. Von Tag zu Tag gelang es mir immer besser, die Gedanken an das Problem auf die von mir begrenzte Zeit zu konzentrieren. In diesen 30 Minuten ließ ich alle Gedanken zu, die mir in den Sinn kamen. Es war zwar eine ordentliche Ladung gedanklicher Müll dabei, aber das machte nichts. Im Gegenteil. Ich war glücklich, denn der Plan funktionierte. Und auch heute noch reduziere ich – wenn nötig – mit dieser Methode sehr erfolgreich meine Nachdenkzeit über persönliche Angelegenheiten auf diese halbe Stunde am Tag.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit dem Prinzip der bewussten Denkpause.

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de
www.werkzeugderzukunft.de

 


 

In meinem Buch „Standard ist tödlich“ habe ich diesen Aspekt näher betrachtet.


ISBN 978-3-947572-01-4

 



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1Kommentar
  • MANFRED HEIN
    Veröffentlicht um 21:23h, 16 August Antworten

    Hallo H. Schmid, eine sehr interessante Methode und schön, dass es funktioniert. Viel Erfolg weiterhin… Gruß Manne

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