Die Kraft der Individualität

Das Bauen einer Ziegelsteinwand ist eine einfache Angelegenheit. Fast jeder handwerklich begabte Mensch kann mit Ziegelsteinen eine Mauer bauen, denn alle Steine sind maschinell gefertigt und damit fast millimetergenau identisch. So kann seriell ein Stein auf den anderen gesetzt werden und nach kurzer Zeit ist die Mauer fertig.

Ganz anders ist das mit der Natursteinmauer. Bereits der Transport der Steine ist eine Herausforderung. Jeder ist unterschiedlich schwer, unterschiedlich groß und unterschiedlich geformt. Beginnt man mit dem Bau einer Mauer, gilt es genau zu überlegen, wie man das vorhandene Material richtig auswählt und anwendet. Ist der erste Stein falsch gewählt, ist das Desaster vorprogrammiert. Eine Mauer zu bauen ist eine Herausforderung und es gibt heute nur noch wenige Experten, die mit Natursteinen eine vernünftige Mauer bauen können.

 


Jeder hat seinen einzig richtigen Platz

 

Die Verlockung der Gleichheit

Genauso ist es, wenn man ein Team zusammenstellt. Sehen wir uns die Ausbildung an: Bereits in der Schule werden die Menschen identisch gemacht. Hat man die Schule und Ausbildung überstanden, geht es in den standardisierten Bewerbungsprozess. Da sind „Ziegelsteine“ im Vorteil, denn sie erfüllen die Erwartungen anderer, „Natursteine“ werden im frühen Stadium als unbrauchbar aussortiert, denn Abweichler sind unbequem. Individualität gilt als problematisch.

„Ziegelstein-Menschen“ haben Vorfahrt, denn Sie ecken nicht an und passen ins Raster.

 

Das unterschätze Risiko

Ich habe beobachtet, dass viele Unternehmen bevorzugt Teams zusammenstellen, als wären die Menschen seriell gefertigt wie Ziegelsteine, einer wie der andere. Beliebig austauschbar. Das ist verlockend, weil einfach. Es fordert uns weder beim Bewerbungsgespräch noch in der Führung. Ein Unternehmen aus „Ziegelsteinen“ ist leichter zu führen. Und Mitglieder sind leicht zu ersetzen.
Was bringt ein solches Unternehmen bevorzugt hervor?
Nichts weiter als Standard. Das Vorhandene wird zu Tode optimiert. Die Querdenker, die aus anderen Perspektiven denken können und etwas Neues entwickeln, sind anderswo. Sie sind bereits beim Auswahlprozess ausgeschieden. Ziegelstein-Unternehmen sind kaum in der Lage, außergewöhnliche Ansätze hervorzubringen und zu diskutieren. Die k.o.-Floskeln sind uns alle bekannt. Denn neues ist unbeliebt weil unbekannt und riskant.

 

Das unterschätzte Potenzial

Ganz anders bei Naturstein-Unternehmen:
Die Führungskräfte sind gefordert genau zu beobachten, sorgfältig zu bewerten, richtig einzuordnen, mit Fingerspitzengefühl zu korrigieren, sorgsam zu justieren und Veränderungen zu initiieren. Elon Musk ist ein Naturstein. Das interessante ist, und das ist die gute Nachricht, dass es auch unter uns jede Menge verborgene „Natursteine“ gibt. Vielleicht nicht so groß und nicht in aller Munde wie der Gründer von Tesla, aber sie gibt es. Sie sind der gesellschaftlichen Schablone entkommen. Sie haben sich trotz aller Widerstände nicht in eine serielle Form pressen lassen. Oft agieren sie unbemerkt in Ziegelstein-Unternehmen.

 

Individualität als Geheimwaffe

Unternehmen, die einer bewussten Entscheidung folgen und mit Naturstein- Menschen arbeiten, brauchen entsprechende Qualitäten, um die Individualität  zu handhaben, sie nicht nur zuzulassen, sondern zu stärken. Ich nenne das bei unserem Industrial Design Team „Stärken verstärken“ .

Wenn ich mir meine ganz persönlichen Misserfolge anschaue, träume ich manchmal von einer unkomplizierten Ziegelsteinwand. Allerdings setzt sich bei mir schließlich vehement meine tiefe Überzeugung durch, dass für mein Unternehmen Design Tech das Natursteine-Prinzip gilt, denn kreative Menschen, Querdenker und Individualisten sind keine Allrounder. Sie haben Stärken und Schwächen, sind für die eine Aufgabe geeignet und für die andere nicht.

 

Standard ist tödlich

Unsere Auftraggeber sind immer Natursteine und brauchen höchst individuelle Lösungen. Erfolg entsteht dann, wenn wir die individuellen Potenziale unserer  Kunden identifiziert haben und folgerichtig positionieren. Denn nur spezifisch zugeschnittene Lösungen bringen unsere Kunden voran. An anderen Projekten habe ich kein Interesse, denn Lösungen von der Stange sind erfolglos. Das ist meine Erfahrung!  Mein Ziel ist es jeden Tag, Maschinenbauer und Mittelständler mit hoch individuellen Ergebnissen zu unterstützen und so zukunftsfähig zu machen. Und das erreichen wir nicht mit Standard. Denn der ist tödlich.

Mehr dazu lesen Sie in meinem neuen Buch


ISBN 978-3-947572-01-4

 

Das Prinzip der Natursteinmauer diskutiere ich immer wieder mit Gerhard Wiegelmann, und wir bilden es bei intensiven Gesprächen auf konkrete Situationen ab. Er wendet diese interessante Idee in seinem Unternehmen B&W an und arbeitet kontinuierlich daran, sie als Bestandteil der Arbeitskultur zu implantieren.

 

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de
www.werkzeugderzukunft.de

 

 


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