Warum echte Innovationen mindestens einen Deppen brauchen

„Nee, tut mir leid, das funktioniert nicht.“

Was glauben Sie, wie oft ich diese Aussage höre, wenn ich mit Design Tech eine wirklich, wirklich innovative Idee in ein Unternehmen trage? Sie können es sich denken: viel zu oft. Anstatt Innovationen mit offenen Armen zu begrüßen – schließlich wurden wir genau dafür gebucht, echte Innovationen aufzutun – rudern manche Kunden zurück. Die große Idee für die wahrhafte Innovation stirbt, bevor sie auch nur annähernd ins Fliegen gekommen ist.

Jürgen R. Schmid, Innovation, Innovationen, innovativ, Strategie

Das muss nicht sein – wenn Sie eines meiner eisernen Grundprinzipien beherzigen.

Schritt für Schritt zum Mittelmaß

Dieses Prinzip habe ich für mich selbst und für meine Arbeit beobachtet, als ich zum x-ten Mal beobachtete, wie Firmen großartige, höchst innovative und wirtschaftliche vielversprechende Ideen Stückchen für Stückchen zurückdrehten. Bei der ersten auftretenden Schwierigkeit hieß es: „Oh, das klappt nicht ganz, wie wir es uns vorgestellt hatten.“ Also wurde eine Anpassung vorgenommen und die Innovation damit ein bisschen heruntergefahren.

Bei der zweiten Hürde wurden die Gesichter dann schon länger. Wieder wurde die ehemals unschlagbar innovative Idee ein bisschen runtergeschraubt …

Diese Schleife können Sie beliebig lange wiederholen, sie endet immer gleich: mit dem Griff in den Werkzeugkasten des Mittelmaßes. Bis am Ende eine mittelmäßige Lösung übrig bleibt. Innovationen, adieu. Mehrwert, adieu.

Dafür treten wir bei Design Tech nicht an. Meine Logik ist deshalb: Wenn du eine wirklich innovative Idee hast, dann mach dich zum Depp.

Ein Depp für echte Innovationen

Ja, wirklich: Machen Sie sich zum Deppen Ihres Unternehmen. Und zwar bereitwillig und hartnäckig.

Ein Depp ist jemand, der fest an eine innovative Idee glaubt, wenn alle anderen ihn dafür für blöd erklären. Der an Innovationen festhält, auch wenn er die Lösung von Hürden und Stolpersteinen noch nicht eindeutig kennt. Der es aushält, wenn andere ihm sagen: „Sag mal, siehst du das denn nicht, dass das nicht funktionieren kann? Das ist doch simple Physik!“

Dieser Depp bin ich, wenn ich Kunden zu Innovationen verhelfe. Und ja, ich erfahre viel Kritik dafür. Meine Kunden fürchten, ich könnte mich verrennen. Natürlich wollen sie nachjustieren, wenn die ersten Versuche nicht gelingen. Und ich verstehe nur zu gut, dass sie Angst haben, Geld zu verschwenden. Aber: Innovationen überleben eben nur dann bis zu ihrer Umsetzung, wenn Sie an ihnen festhalten.

Ich mache nicht, was Sie sagen

Die Süddeutsche Zeitung zitierte mich einmal mit dem schönen Satz: „Wir machen nie das, was der Kunde sagt.“ Heute weiß ich: Genau deswegen beauftragen mich meine Kunden. Weil ich ihr hartnäckiger Depp bin – so lange, bis am Ende die Innovation gelingt und Mehrwert entsteht.

Mit dieser Einstellung bin ich übrigens nicht allein: Was glauben Sie, wie oft Steve Jobs sich anhören musste, dass er spinne, weil er den Computer in eine Box in der Größe einer Schuhschachtel packen wollte? Aber er hat sich einen Deppen schimpfen lassen und an seiner Idee festgehalten. Das Ergebnis war der Macintosh.

Mehr will ich dazu nicht sagen.

1Kommentar
  • Rainer Bach
    Veröffentlicht um 17:06h, 17 Dezember Antworten

    so sieht’s aus!!!

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