Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben

Vor fast 10 Jahren wurde von der Bundesregierung „Industrie 4.0“ ins Leben gerufen. Jedes Unternehmen befasste sich damit und einzelne Mittelständler haben sich das Thema auf die Fahnen geschrieben. Fünf Jahre später war es praktisch auf jeder Homepage zu lesen: „Wir machen Industrie 4.0.“ Auch heute noch sind es nur wenige, die Industrie 4.0 wirklich durchdrungen haben. Es gibt also noch viel zu tun, oder mehr noch: Industrie 4.0 ist gerade erst richtig angekommen im deutschen Mittelstand. Dennoch interessieren sich die Medien kaum mehr für positive Unternehmensnachrichten rund um Industrie 4.0. Auch auf Messen steht das Thema nicht mehr im Mittelpunkt des Marketings – es ist out. Wer es benennt, gilt fast schon als rückständig. Andere Schlagworte sind en vogue.

 

 

Warum Beharrlichkeit unterschätzt wird

Am Anfang meiner Selbstständigkeit habe ich viele Telefonate geführt, um ins Geschäft zu kommen. Nachdem ich zum dritten Mal einen Geschäftsführer angerufen habe, hat er mich in meiner Kontinuität mit einer für mich beachtlichen Bemerkung bestärkt: „Der Beharrliche hat Erfolg“, hat er mich ermutigt. Damals, als junger Industrial Designer, habe ich bei mir gedacht: „Das hilft mir jetzt nicht unbedingt weiter.“ Denn ich wusste, ich brauche einen Termin bei ihm. Denn ohne persönliches Kennenlernen gibt es keinen Auftrag – und das war selbstverständlich mein Ziel.

 

Warum die Idee alleine nicht entscheidend ist

Heute ist mir die Tragweite dieser Aussage und Erkenntnis des erfahrenen Unternehmers bewusst. Die Kunst liegt nicht darin, Ideen zu entwickeln. Die Kunst besteht darin, eine relevante Idee zu identifizieren und diese bis zur Umsetzung beharrlich zu verfolgen. Im gleichen Zeitraum meiner Anfänge habe ich einen Folder gedruckt mit den ersten Erfolgsbeispielen. Nach einem halben Jahr hatte ich mich satt gesehen und habe über eine aktualisierte Version nachgedacht. „HALT“, habe ich mir gedacht. „Wenn du dich an einer Sache satt gesehen hast, dann beginnt es erst bei den Kunden anzukommen. Erst recht gilt es dann, daran fest zu halten und zu penetrieren, dann kommt die Wirkung.“

 

Wie kommt es zum Auftrag?

Die Kunst liegt also nicht darin, Ideen zu entwickeln, Designthinking-Workshops zu machen und Brainstorming. Die Kunst besteht darin, die relevante Idee zu identifizieren und diese bis zur Umsetzung beharrlich zu verfolgen. Zwei Punkte beachte ich jedes Mal sorgfältig und entschlossen: Erstens ist für mich eine Idee dann relevant, wenn sie ganz speziell zu meinem Ziel oder dem Ziel meines Unternehmens passt. Zweitens liegt auch in der Umsetzung eine besondere Herausforderung. Ich beobachte häufig, dass bei Schwierigkeiten das Ziel nach unten angepasst wird. Theoretisch ist jedem klar, dass hier die Reihenfolge falsch ist. In der Praxis jedoch wird häufig der leichte Weg gewählt. Eine Idee folgt der nächsten, bevor sie eine Chance hat Früchte zu tragen.

 

Der Beharrliche hat Erfolg!

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de
www.werkzeugderzukunft.de


In meinem Buch „Standard ist tödlich“ habe ich diesen Aspekt näher betrachtet.


ISBN 978-3-947572-01-4



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