Kirchgang



Während meines Studiums bin ich mehrmals umgezogen. So kam es, dass ich in vielen Kirchen unterschiedlichste Pfarrer sprechen hörte, jeden mit seiner eigenen Sichtweise. Oft war ich enttäuscht. Nicht nur, weil ich manchmal meine Überzeugung nicht wiederfand, sondern auch deshalb, weil ich nach einer Stunde nichts gehört hatte, was mir etwas gegeben hätte. Zunächst dachte ich, dass es eben wenig Pfarrer gibt, die meinem Heimat-Pfarrer das Wasser reichen konnten. (1)


Immer und überall leuchtet ein Stern der Erkenntnis, den es zu entdecken gilt


Alles für die Katz

In den Anfangsjahren meiner Selbstständigkeit hatte ich einige Magazine unterschiedlicher Fachrichtungen abonniert. Beim Durchblättern dachte ich mir fast immer, dass sie das Geld nicht wert waren sind.(2)
Als ich es mir leisten konnte, habe ich regelmäßig Seminare besucht. Zwei Wochen danach habe ich festgestellt, dass die Inhalte verpufft waren. Hat sich mein Invest an Zeit und Geld wirklich gelohnt? Diese drei Erfahrungen haben eine Gemeinsamkeit! (3)

 

Die Erleuchtung

Ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass es nicht darauf ankommt, dass mir jeder Gedanke der Predigt etwas geben muss. Fast immer sind die Lernerfolge verborgen und müssen aktiv entdeckt und identifiziert werden. Nicht selten ist der Nutzwert eine erleuchtende Inspiration. Also etwas, das nicht gesagt wurde oder geschrieben steht, sondern ein Geistesblitz. Ich fasste den Entschluss, das sich die Stunde in der Kirche schon gelohnt hat, wenn ich einen einzigen Gedanken mitnehmen kann, der mich weiterbringt. Dieses „Ein-Gedanken-Prinzip“ wende ich bei Zeitschriften, Büchern, Seminaren, Vorträgen und Gesprächen immer noch mit Erfolg an.

 

Die Summe der Details

Heute kann ich bestätigen, dass diese Art der Auswertung enorm effizient ist. Denn was nützt es mir, wenn ich hundert Ansatzpunkte mit nach Hause nehme und keinen Gedanken weiter verfolge?
Der Fokus auf einen einzigen Aspekt und die intensive Beschäftigung damit und die anschließende Umsetzung und Integration in mein Leben und meine Arbeitswelt hat in letzter Konsequenz – über die Zeit betrachtet – eine unglaubliche Fülle. Wenn ich jeden Tag nur eine einzige Sache gelernt habe, macht das in einem Jahr 365 Lernerfolge und in zehn Jahren sind es bereits mehrere tausend Lernerfolge.

 

Die Holschuld

Weiter gedacht ist es unerheblich, ob das Seminar oder ein Vortrag einen zentralen Inhalt vermittelt, der mich weiterbringt. Selbst ein scheinbar nebensächliches oder unbedeutendes Gespräch kann mir Impulse liefern. Es besteht nämlich nicht die „Bringschuld“ des Vortragenden. Ich wende die „Holschuld“ an. Entscheidend ist die Fähigkeit, zu entwickeln, sich in jedem Moment des Lebens inspirieren zu lassen.

 

Jeder Augenblick ist bedeutend

Es kommt also nicht darauf an, was drin ist, sondern was ich heraushole.
So gesehen ist jeder Augenblick bedeutend. Es kommt  nur darauf an, was ich daraus mache.

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Design Tech

www.designtech.eu

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