Meine Erfahrungen mit der Probezeit

Immer wenn ein neuer Mitarbeiter an den Start geht, steigt bei uns die Spannung. Wie wird er unser Team ergänzen? Wie sich den neuen Herausforderungen stellen? Erst vor einiger Zeit hatten wir bei Design Tech eine interessante Diskussion anlässlich eines konkreten Falls. Wir fragten uns: Welche Anzeichen taugen für eine wirklich zuverlässige Einschätzung? Wie viel Zeit wollen wir neuen Mitarbeitern geben, um mit ihren fachlichen und menschlichen Qualitäten zu überzeugen?


Der stürmische Weg ins Design Tech Team

 

Unsere Design Tech-Eckpunkte sind in Stein gemeißelt.

Um die Einarbeitungszeit effizient und konstruktiv zu gestalten, haben wir über die letzten Jahrzehnte einige Eckpunkte festgelegt. Was für uns elementar ist, sollte auch von jedem neuen Teammitglied beachtet, verstanden und angewendet werden. Nur wer bereit ist, diese Paradigmen zu verinnerlichen, kann mit uns arbeiten.

 

Der geeignete Kandidat fällt nicht vom Himmel

Bei der Auswahl der Bewerber nutzen wir zwei Quellen: Erstens machen wir herausragenden Industrial Design Praktikanten immer ein Jobangebot. Zweitens setzen wir auf die Empfehlung von Mitarbeitern. Bei Initiativ-Bewerbungen erreichen wir demgegenüber im Schnitt nur eine Trefferquote von weniger als 50%.

 

Der Kulturschock bleibt nicht aus

Aktuell haben wir einen neuen Mitarbeiter, der sechs Monate bei uns als Praktikant mitgearbeitet und sehr gute Ergebnisse abgeliefert hat. Ergebnisse sind jedoch nur ein Teilaspekt der zu erbringenden Leistung. Auch der Zeitfaktor spielt eine entscheidende Rolle. Wenn für Studenten bei uns der berufliche Ernst des Lebens beginnt, erfasst sie ohne Ausnahme – genauso frühzeitig wie gewaltig – der Ergebnis- und Zeitdruck. Ökonomisch sinnvoll in Design Tech -Qualität abzuliefern, das ist schon ein Hammer für die Neuen.

 

Mehr Ausrufezeichen als Fragezeichen!

Wir haben uns gefragt, welche Verhaltens- und Denkweisen die günstigsten Voraussetzungen sind, um bei Design Tech Fuß zu fassen und die Probezeit erfolgreich zu bewältigen. Spätestens nach sechs Monaten braucht es schließlich ein klares „Ja“. Kein klares „Ja“ bedeutet für uns ein „Nein“. Uns ist klar geworden: Bereits nach wenigen Wochen wollen wir mehr Ausrufezeichen als Fragezeichen sehen.

Sie werden jetzt vielleicht denken, dass wir hart sind. – Nennen wir es konsequent. Wir folgen stringent unseren Erfolgsgrundsätzen und dem, was wir aus unseren Erfahrungen gelernt haben. Schließlich brauchen wir Weltklasse-Ergebnisse für unsere Kunden. Und dazu gibt es keine Alternative. Wir wollen bei jedem Projekt das Leuchten in den Augen der Kunden und deren Kunden sehen.

 

Entscheidungsfaktoren: Kompetenz und Persönlichkeit

Anfangs müssen wir immer die handwerklichen Fähigkeiten eines neuen Mitarbeiters auf unseren Standard bringen. Dies ist bereits eine enorme Herausforderung. Aber auch die Denkweise sowie die innere Haltung des Menschen sind oft kritische Themen.

Was würden Sie daraus schließen, wenn ein neuer Mitarbeiter erst zwei Tage vor Arbeitsantritt von einer Asienreise zurückkehrt? – Richtig, er wird am Anfang noch mit einem deftigen Jetlag zu kämpfen haben. Wir jedoch brauchen eindeutige Signale, dass jemand vom Start weg sein Bestes gibt. Das war in diesem Fall kaum möglich.

 

Optimale Voraussetzungen schaffen, sein Bestes zu geben

Unsere erste Design Tech -Regel lautet: ‚Gib immer dein Bestes und schaffe die optimalen Voraussetzungen dafür.‘

Der oben erwähnte, im Übrigen sehr intelligente Mensch verunglückte auch noch am ersten Tag mit seinem Auto auf dem Weg zur Arbeit und überschlug sich mehrfach. Zugegeben, die Straße war etwas nass. Nachdem ich meine Erleichterung über seine Unversehrtheit zum Ausdruck gebracht hatte, konnte ich mir nicht verkneifen, ihn darauf hinzuweisen, dass dieses Unglück möglicherweise auch etwas mit seinem Fahrverhalten zu tun haben könnte. Seine Antwort verblüffte mich: „Wäre der Graben nicht gewesen, wäre alles halb so schlimm geworden.“

 

Immer die Verantwortung übernehmen

Unsere Design Tech -Regel Nummer zwei heißt: ‚Übernimm immer die Verantwortung und schieb die Schuld niemals auf Mitmenschen oder Umstände.‘

Damit Sie mich richtig verstehen: Neue Mitarbeiter sollen sich bei uns sehr wohl fühlen, Glücksgefühle erleben und in einer konstruktiven Arbeitsatmosphäre ihr ganzes Potential entfalten können. Wir beobachten jedoch parallel dazu, ob sich unsere erste These als Verhaltensmuster auch bei der Arbeit zeigt. Sie können einwenden, dass ich zu viel in solche Vorfälle hinein interpretiere. Ich meine, sie schärfen unsere Aufmerksamkeit. In fast allen Fällen liegen wir mit unserer Einschätzung richtig. Auch in dem geschilderten Fall.

 

Wir helfen neuen Mitarbeitern, an ihrer Entwicklung zu arbeiten

Ein solches Verhalten werten wir zunächst nicht als Problem, sondern als Chance. Auf diese Weise können wir einen neuen Mitarbeiter frühzeitig sensibilisieren und ihm helfen, an seiner Haltung zu arbeiten. Übrigens reagiert auch eine Radarfalle kompromisslos auf der messbaren Sachebene. Die besten Erklärungen helfen dann nichts, selbst wenn Sie ansonsten alles richtig gemacht haben. Ich habe es selbst erlebt. Und war überrascht, wie viele Punkte 18 Meter Abstand bei 150 km/h bringen. Dabei war mein Vordermann einfach viel zu langsam, sonst wäre mir das nicht passiert.

 

Sind Sie bereit für uns?

Wenn Sie als Industrial Designer oder auch mit einer anderen Aufgabenstellung bei Design Tech anfangen möchten, eine gute Empfehlung haben, immer ihr Bestes geben und dabei jederzeit die Verantwortung für ihre Leistung übernehmen, können Sie schon bald eine tragende Säule unserer Firma werden und an den spannendsten Projekten im Maschinendesign mitarbeiten.

 

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de
www.werkzeugderzukunft.de

 


 

In meinem Buch „Standard ist tödlich“ habe ich diesen Aspekt näher betrachtet.


ISBN 978-3-947572-01-4

 


 

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