Mythos menschliches Versagen

Wenn ich auf deutschen Straßen mit dem Auto unterwegs bin, werde ich mit einem wilden Wald von Verkehrsschildern und Hinweisschildern konfrontiert. Hinzu kommen die gesamten allgemeinen Verkehrsregeln, die beachtet werden müssen. Mit diesem gesamten komplexen Regelwerk im Nacken
denke ich an das Wunderwerk unseres Gehirns, das diese Komplexität beherrschen kann.

Mythos menschliches Versagen

Menschliches Versagen wird bereits bei der Planung vorprogrammiert!

Der Anwender ist das Maß der Dinge

Gibt es dennoch einen Crash, dann sprechen wir oft von menschlichem Versagen. Das sehe ich auch so: Der Mensch hat versagt – allerdings nicht der Autofahrer selbst, sondern die Verkehrsplaner und die Gesetzgeber, die sich solche Konstruktionen überlegen, die nach menschlichem Ermessen nicht handhabbar sind. Nur unsere Erfahrung, die Intuition und oft genug auch einfach Glück verhindern das Unglück. Rational ist diese Informationsvielfalt von keinem Menschen dieser Welt in Bruchteilen von Sekunden zu verarbeiten, ungeachtet der zusätzlichen Reaktionszeit, die unsere Wahrnehmung oft erst einige Meter später zur Wirkung bringen.
Wir sollten neben den Rowdies auch die Planer in Verantwortung nehmen.

Menschliches Versagen wird vorprogrammiert

Menschliches Versagen finden wir auch bei Produkten mit hoher technischer Komplexität.
Allgemein haben wir die Vorstellung, dass die Technik nur selten versagt, meistens sind es wir Menschen, die versagen.
Hier denke ich weniger an die Anwender, mehr an die Ingenieure und Designer, die ihre Arbeit schlampig gemacht haben und stillschweigend davon ausgehen, dass wir den komplexen Videorecorder intuitiv bedienen können.

Das Smartphone ist auch bei Maschinen die Referenz

Auch im Maschinenbau sehe ich dieses Phänomen. Bei der Entwicklung ist es wichtig, dass die Maschinen technisch funktionieren. Den Rest überlassen die Hersteller dem Benutzer und Anwender der Anlage.
Dabei gehen sie von sich selbst aus. Das Entwicklerteam, das dieses Wunderwerk entwickelt hat, weiß genau, wie es zu bedienen ist. Dabei sollten die Hersteller darauf achten, dass wir heute die einfache Bedieneroberfläche des Smartphones gewohnt sind, und selbst hier intuitiv herumtippen, bis der gewünschte Befehl ausgeführt wird.

Intuitive Anwendung begeistert

Maschinen sind für den Menschen gemacht und nicht für die Produktion. Die Unternehmen sollten sich dringend intensiv mit den Personen beschäftigen, die mit ihrem Produkt zu tun haben: Angefangen beim Planungsprozess, über den Bestellvorgang, die Montage bis hin zur Steuerung und Servicekraft.
Alles andere ist menschliches Versagen – allerdings nicht beim Anwender, sondern beim Planer und Entwickler. Nicht selten sind es auch die Manager, die ihren Leuten nicht die Zeit geben, um sich sorgfältig um diese Nutzen zu kümmern.

Die Zukunft gehört den Unternehmen, die Produkte entwickeln, die beim Benutzen und im Umgang damit Freude machen, weil man Erfolgserlebnisse beim Anwenden hat.

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de
www.werkzeugderzukunft.de

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