Neue Ideen bedrohen unsere Komfortzone

In den letzten Woche habe ich aufgezeigt, welchen völlig unerwarteten Widerstand die Einführung unserer Design to Success-Strategie hatte und sogar zum Verlust langjähriger Mitarbeiter geführt hat. Heute ist mir längst bewusst, wie schmerzhaft Veränderungsprozesse sind. Ich erlebe es nicht nur an mir selbst, auch bei unseren aufregenden Maschinendesign -Projekten funktionieren bevorzugte Denk- und Handlungsweisen nicht mehr. Hier werden neue Ideen zuverlässig als schmerzhafte Bedrohung der persönlichen Komfortzone erlebt. Dann sehen wir allen Facetten der Ablehnung: Sturheit, Halsstarrigkeit, Gegendruck, Blockaden.

 


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Bei einem der letzten Projekte haben wir das Entwicklungsteam unserer Kunden erheblich herausgefordert. Dabei ging es eigentlich nur um die geordnete Struktur der Installationstechnik von Pneumatikschläuchen und Elektrokabeln, mit dem Ziel einer deutlichen Verbesserung der Servicequalität.

 

Unzumutbare Belastung?

Ich kann sehr gut verstehen, dass unsere zielgerichteten Industrial Design – Ideen bei den Entwicklungsteams von Maschinenbauern nicht immer sofort Applaus auslösen. Sie bewerten unsere Ideen zunächst als unlösbar und verstehen unser Mitwirken als zusätzliche Belastung innerhalb eines Innovationsprozesses; als eine weitere Herausforderung, die im gleichen Entwicklungszeitraum und mit gleicher Mannschaft gemeistert werden muss.

 

„Zuerst haben wir euch gehasst!“

Die anspruchsvolle Zielvorgabe und die geforderte Ergebniserwartung erschienen den Verantwortlichen in der Anfangsphase der Produktentwicklung als unlösbar, erzeugten Ratlosigkeit und führten zu verständlichen Emotionen: „Zuerst haben wir euch gehasst!“ Nach Abschluss des Projektes allerdings und der fulminanten Marktakzeptanz waren wir ein zusammen gewachsenes, stolzes Team. Natürlich hatten wir alle in der entscheidenden Projektphase Unsicherheiten, Ängste und Zweifel. Auch wenn sich die Zusammenarbeit anfänglich krass unbequem gestaltete und von allen Beteiligten alles denkbare und undenkbare einforderte und von jedem verlangte, aus der persönlichen Komfortzone herauszutreten – für den zukünftigen Unternehmenserfolg standen speziell herausgearbeitete Maßnahmen nicht zur Diskussion.

 

Rechnen Sie immer mit Ablehnung!

Rechnen Sie bei neuen Ideen immer mit Widerstand. Auch hartnäckige und massive Vorbehalte sollten Sie nicht überraschen. Bedenken Sie bei der Einführung einer neuen Idee immer, Ihre Mitarbeiter mit Einfühlungsvermögen ins Boot zu holen. Gleichzeitig werden Sie dabei eine enorme Portion Durchsetzungsvermögen und Beharrlichkeit aufbringen müssen.

 

Das Trägheitsgesetz schlägt auch im persönlichen Leben zu

Dieselben Spielregeln gelten auch im persönlichen Bereich. Egal, wie sinnvoll Ihre neue Idee für das familiäre Zusammenleben auch sein mag, verlangt sie eine Verhaltensänderung, und es schlägt umgehend das Trägheitsgesetz der Gewohnheiten zu. Oftmals tarnt sich der Widerstand mit den allerbesten und ausgefeiltesten Argumenten, warum dieser Aufwand und die geforderte Anstrengung gar nicht nötig sein können.

 

Schuld ist das limbische System

Für unser Gehirn gibt es kaum etwas Schwierigeres, als Gewohnheiten abzulegen. Je öfter wir unsere Handlungen wiederholen, desto stärker sind sie nicht nur im Gehirn verankert, sondern zugleich an die sie auslösenden Reize geknüpft. Deshalb erfordert es so viel Kraft, um auf diese Reize anders als gewohnt zu reagieren. Es sind die Belohnungsstoffe, die unser limbisches System jedes Mal ausschüttet, wenn wir wie gewohnt handeln. Durch diese Glücksbotenstoffe wird eine Handlung bekräftigt. Wir berauschen uns geradezu an der eigenen Zufriedenheit.

 

Drei Schlüssel zum Durchbruch: Hinführen, Festhalten, Kontrolle

So wird eine neue Idee fest im Gehirn verankert: Fast ausnahmslos erfordert es vom Ideengeber ein verständnisvolles Hinführen, hartnäckiges Festhalten daran und eine intensive Kontrolle, bis das neue Verhalten selbstverständlich und zur Gewohnheit geworden ist. Dann darf auch das limbische System wieder seine Arbeit tun – diesmal zu unseren Zwecken.

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de
www.werkzeugderzukunft.de

 


 

In meinem Buch „Standard ist tödlich“ habe ich diesen Aspekt näher betrachtet.


ISBN 978-3-947572-01-4

 



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