So gelingt es Ihnen, auch die ungeliebteste Kröte zu schlucken!

Es gibt zwei Sorten von Aufgaben: Die einen bringen mich meinen Zielen näher. Die anderen bereiten mir Kopfzerbrechen. Die meisten unerwünschten Herausforderungen leisten aber einen maßgebenden Beitrag zu unseren (Etappen-)Siegen. Wie aber die ungeliebten Themen handhaben, die uns oft unbemerkt zur Verzweiflung bringen?

 


Die dickste Kröte zuerst schlucken

 

Die Defensive ist die schlechteste Ausgangssituation, um Ziele zu erreichen

Viel zu selten stelle ich mir die Frage, welche meiner Aufgaben die wichtigste ist und uns den größten Nutzen bringt. In den letzten Tagen haben wir dieses Thema im Design Tech Team besprochen. Dabei stellten wir fest, dass jeder Industrial Designer und Mitdenker täglich Aufgaben zu erledigen hat, die ihm alles andere als leicht von der Hand gehen. Aber genau diese unerwünschten Herausforderungen verschieben sie oftmals tagelang mit der Illusion, sie würden sich von selbst erledigen. Tun sie aber nicht. Packen wir sie dann noch immer nicht an, kommen Sie fast immer mit Wucht und bringen uns schmerzlich in die Defensive.

Die Aufschiebe-Taktik bremst uns aus

Schon lange beobachte ich diese hochinteressante Thematik. Dabei ist mir aufgefallen, dass die für mich unangenehmsten oft auch die schwierigsten Arbeiten sind. Und gerade diese bringen mich am effektivsten in Richtung meiner Ziele. Meine Aufschiebe-Taktik ist also immer erfolgshemmend. Vor allem beschäftigen mich diese Aufgaben latent und unterbewusst weiter. Sie sitzen mir sprichwörtlich im Nacken und saugen tagaus, tagein an meiner Arbeitskraft.

Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand und ist Ihnen wie mir bekannt: Den ungeliebten Störenfried gleich zu Arbeitsbeginn angepackt, sind wir ihn nicht nur los; für den Rest des Tages beflügelt uns auch eine erstaunliche Leichtigkeit. Kraftvoll kann nun die freigesetzte Energie in neue Herausforderungen fließen. Somit wird jeder Tag in jeder Hinsicht ein erfolgreiches Erlebnis.

Wäre da nur nicht diese klitzekleine Hürde: Das Durchhalten

In unserer Teambesprechung haben wir uns folgerichtig vorgenommen, fortan unser Tagwerk mit den schwierigsten, unangenehmsten und problematischsten Aufgaben zu beginnen. Inzwischen können wir bereits die ersten Früchte dieser ebenso einfachen wie genialen Methode genießen. Bis jetzt haben die Erfolge noch jeden unserer Mitarbeiter im Industrial Design überzeugt.

Aus eigener Erfahrung habe ich gelernt: Nicht der Entschluss, endlich anzufangen erweist sich als die absolut größte Hürde. Kritisch ist vor allem das kontinuierliche Umsetzen und Durchhalten. Lange schon ist mir dieses Prinzip vertraut. Dennoch liegen Jahre hinter mir, in denen ich weder aus meinen Erfahrungen mit meiner Verzögerungsmasche gelernt noch diese Erkenntnisse annähernd konsequent umgesetzt habe. Dadurch habe ich enorm viel Effizienz verschenkt.

Vom natürlichen Wachstum der Probleme

Meine persönliche Vermeidungsstrategie bezieht sich vorwiegend auf anspruchsvolle Telefonate. Doch auch kleinere Entscheidungen, Briefe oder Gespräche, bei denen mir der richtige Ansatz fehlt, schrecken mich ab. Überraschenderweise selbst dann, wenn sie mich nur zehn Minuten intensiver Beschäftigungszeit kosten würden. In früheren Jahren verschob ich häufig Informationsgespräche mit meiner Bank. Oder drückte mich davor, meinen Kontostand regelmäßig zu überprüfen. Auch das längst fällige Krisengespräch mit dem Lehrer meiner Kinder fiel gerne durchs Verdrängungsraster.

Dumm nur, dass durch die Aufschieberitis die Probleme größer und nicht kleiner werden. Sie bescheren uns oft zusätzliche Herausforderungen, die sich leicht ersparen ließen. Verdrängen gehört definitiv zu den schlechtesten aller Strategien.

Meine persönlich beste Strategie

Klingt so einfach, wie es ist: Abends überlege ich mir in wenigen Minuten, welche Kröte ich am nächsten Tag als erstes schlucken möchte. Abends beschlossen und schriftlich fixiert steht dann die morgendliche Umsetzung nicht mehr zur Debatte.

Sicher haben Sie dieses „Sofort-Prinzip“ längst erkannt und zu Ihrer wertvollen Gewohnheit gemacht. Falls nicht – und es Ihnen so geht wie mir lange Zeit – möchte ich Sie einladen, diese Erkenntnis nur eine Woche lang konsequent anzuwenden. Sie werden staunen, wie viel Lebensfreude dies freisetzt und Sie in jeder Hinsicht erfolgreicher sind. Und im Übrigen sind die meisten Kröten wesentlich kleiner als sie aussehen.

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de
www.werkzeugderzukunft.de


In meinem Buch „Standard ist tödlich“ habe ich diesen Aspekt näher betrachtet.


ISBN 978-3-947572-01-4



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