Unterlassungssünden bleiben unbemerkt

Ein Stürmer läuft nicht dahin, wo der Ball gleich sein wird.
Ein Versicherungsagent verschweigt das günstige Angebot.
Ein Manager gibt der Idee eines Ingenieurs keine Aufmerksamkeit.
Ein Unternehmer ignoriert das Industrial Design.
Ein Lehrer übergeht das Talent eines Schülers.
Ein Nachbar beobachtet interessiert einen Einbruch, ohne die Polizei zu rufen.
Ein Verkäufer hat seinem Kunden das entscheidende Verkaufsargument vorenthalten.

 

Handlungen, Mut und Verantwortungsbereitschaft bringen voran

 

Unterlassung ist alltäglich

In jedem erwähnten Beispiel steckt ungenutztes Erfolgspotenzial.
Das „nicht tun“ bleibt unbemerkt. Die Konsequenzen für den verursachten Schaden bleiben aus, die Wiederholung der Unterlassung ist vorprogrammiert. „Nichts tun“ ist der schlimmste aller Fehler, denn sie werden unbemerkt wiederholt. Oft bemerkt der Tatenlose nicht einmal selbst seine Untätigkeit. Es fehlt fast immer das Bewusstsein, dass Tatenlosigkeit zur Kategorie der Fehler zählt. Fehler, denen keine Erkenntnisse folgen, die keine Verhaltensänderungen hervorrufen. Unterlassung hat immer Folgen, ist aber legitim und manchmal sogar erwünscht – in der Familie, in den Unternehmen, in der Politik… „Nichts tun“ ist ein gesellschaftliches Übel.

 

Das serielle Prinzip

Niemand wird kritisiert, keiner wird bestraft, niemand wird entlassen. Alles bleibt wie es war. Unterlassungen werden sogar belohnt, denn wer unterlässt, macht keine offensichtlichen Fehler. „Wer nichts macht, macht nichts falsch.“ Diese Volksformulierung zeigt, wie alt diese Verhaltensart ist – und alt wird nur etwas, das sich bewährt hat. Wenn sich etwas bewährt, dann wiederhole ich das Verhalten. Deshalb hat Unterlassung einen gefährlichen seriellen Charakter.

 

Aus Fehlern lernen

In Gesprächen höre ich heraus, dass viele Menschen keine Idee haben, wie sie aus Fehlern lernen können, und sie können sich erst recht nicht vorstellen, wie man aus den Fehlern anderer lernt. Dann folgen zwangsläufig die unproduktive Wiederholung und schließlich der erneute Schadensfall. Wiederholungsfehler können passieren, sollten dennoch vehement vermieden werden, denn sie sind das Resultat von fehlender Konzentration, Interesselosigkeit oder Gleichgültigkeit… Aus einem Fehler zu lernen gelingt allerdings nur, wenn ich eine Handlung als Fehler identifiziert habe und mein Verhalten  präzise korrigiere. Aus Fehlern zu lernen ist anstrengend, unangenehm und fordert höchste geistige Präsenz. Unternehmen und unsere Gesellschaft brauchen definitiv eine neue Fehlerkultur. Die neue Maxime könnte lauten: Untätigkeit ist keine Option, Fehler machen auf dem Weg zum Ziel ist es aber schon! Aus Fehlern zu lernen ist eine Kunst und liegt in unserer Verantwortung!

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de
www.werkzeugderzukunft.de

1Kommentar
  • Roberto Laraia
    Veröffentlicht um 17:07h, 14 März Antworten

    Dankeschön Jürgen Schmid
    Dein Newsletter bringt es auf den Punkt

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