Veränderungen in Unternehmen ohne „Brexit-Chaos“ gestalten

Europa verändert sich rasant. Die ganze Architektur des politischen Gebäudes EU steht aufgrund des Brexit auf dem Prüfstand. In Deutschland wächst die Angst vor dem „Brexit-Chaos“.

Insgesamt läuft das Projekt „Brexit“ also nicht rund – und die Veränderungen gefährden dadurch das friedliche Zusammenleben von vielen Millionen Menschen in Europa. Dem Grund für dieses Chaos begegne ich ebenso in vielen Unternehmen, bei denen Veränderungen anstehen.

Jürgen R. Schmid, Brexit, Design, Lösungen, Unternehmen

Veränderungen im Einzelnen haben Auswirkungen auf das Ganze.

 

Rosinen aus dem Kuchen picken

Seitdem die Briten entschieden haben, die EU zu verlassen, hat das große Hauen und Stechen begonnen: Wer holt für sich den besten Deal heraus? Das ist die große Frage. Rosinen picken schadet uns allen uns ist deshalb eine schlechte Strategie.

Das ist keine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit in Europa. Denn „Rosinen picken“ schädigt das Vertrauen: Jeder ist sich selbst der Nächste. Das ist eine kurzfristige Sicht auf die Dinge. Eine erfolglose Kooperationsstrategie. Das gilt nicht nur in der Politik, auch in der Wirtschaft kann Veränderung nur gemeinsam gelingen. Gerade der deutsche Mittelstand ist genau dafür bekannt, sein eigenes Ding zu machen und die Vorteile von strategischen Allianzen zu wenig zu nutzen. 

Alle in einem Boot

Unternehmen und auch die Länder Europas, ja der ganzen Welt, sind nicht voneinander isoliert. Sie funktionieren nur als System. Die Zeiten, in denen auf unserer Erde Bereiche von anderen getrennt waren, sind vorbei. Veränderungen betreffen immer alle – und allen geht es am besten, wenn sie an einem Strang ziehen.

Verändere ich in einem System an einer Stelle eine Variable, dann hat das Auswirkungen auf das Ganze. Wenn ich mir zum Beispiel den kleinen Zeh stoße, dann zieht der Schmerz durch den ganzen Körper.

Deswegen ist jede Veränderung ein sensibler Prozess, der mit Blick auf Ganze eine sorgfältige Gestaltung braucht.

Veränderung braucht Vertrauen in das Gelingen

Das wichtigste Gestaltungsmerkmal für erfolgreiche Veränderungen ist Vertrauen. Das Vertrauen in das Gelingen der Veränderungsprozesse lässt sich über klare Kommunikation und verantwortliche Handlungen herstellen und als Unternehmenskultur etablieren. Das hat bei meinem Unternehmen Design Tech sogar in so einem heiklen Veränderungsmoment funktioniert, als ich das Ziel setzte: „Wir reduzieren unsere Projektdurchlaufzeit um 50 Prozent!“

Zur Unternehmenskultur von Design Tech gehört, dass wir alle sechs Wochen einen Team Day haben, an dem wir im Team sowohl Themen des Alltags als auch Themen der Zukunft behandeln. Wir arbeiten also daran, ein Gemeinsamkeitsgefühl zu gestalten: „Wir sitzen alle im gleichen Boot!“ Das ist gerade dann wichtig, wenn Veränderungen anstehen.

Damit die Entstehung dieses Wir-Gefühls möglich ist, achte ich darauf, dass die unterschiedlichen Charaktere im Team auf eine Weise abgeholt werden, dass sie Vertrauen in sich und die Veränderungsprozesse fassen. Der eine Mitarbeiter tut sich vielleicht besonders schwer mit Veränderungen, weil sie ihn verunsichern. Ein anderes Teammitglied interessiert vor allem, ob ihm die Veränderungen noch genügend Freiheit lassen. Ein dritter fühlt sich von Veränderungen in seiner Kreativität angespornt. Wieder ein anderer hat den Fokus auf den Nutzen für den Kunden. Und ob in einem Unternehmen oder beim Brexit: Wer Veränderungsprozesse erfolgreich gestalten will, sollte alle Beteiligen kennen und in ihrer Eigenart abholen, Vertrauen schaffen und das Wir-Gefühl stärken.

Versäumen Sie das als Unternehmer, dann erleben Sie Ihr eigenes „Brexit-Chaos“.

Ihr Jürgen R. Schmid

 

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de
www.werkzeugderzukunft.de


In meinem Buch „Standard ist tödlich“ habe ich diesen Aspekt näher betrachtet.


ISBN 978-3-947572-01-4

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