Weiß ist keine Farbe. Es ist mein Statement

Er kam sah und siegte!, heißt es über einen bestimmten Typus Mensch. Besonderes Merkmal: Er – oder sie – erreicht auf Anhieb die Herzen der Menschen. Andere dagegen brauchen mehr Zeit, um von ihren Qualitäten und ihrer Persönlichkeit zu überzeugen. Ich gehöre zur zweiten Sorte, obwohl ich mich schon immer zur ersten zählen wollte. Wie ist das bei Ihnen?

 


Mein Erfolgsgeheimnis : außergewöhnlich und dennoch naheliegend.

 

Wie können wir direkt als interessante Persönlichkeit wahrgenommen werden?

Als selbständiger Design Coach kostete es mich immer viel zu viel wertvolle Zeit, andere von meinen Fähigkeiten zu überzeugen. Deshalb untersuchte ich dieses Phänomen etwas genauer: Warum ist das so und was kann ich dagegen unternehmen? Dabei stellte ich fest, dass bei gleichem „Inhalt“ vor allem die vielfältigen Signale entscheidend sind, die wir bewusst und unbewusst senden. Ich wollte herausfinden, wie wir den ersten Eindruck so gestalten können, dass wir ohne Umschweife als interessante Persönlichkeit wahrgenommen werden.

 

Zunächst entscheiden unsere Sinne

Der erste Eindruck von einer Person verläuft über unsere Sinne. Die Stimme und der visuelle Aspekt sind dabei von elementarer Bedeutung. Aus der Psychologie wissen wir auch, dass der spezifische Geruch bei der Partnerwahl entscheidend ist. So können wir davon ausgehen, dass die olfaktorische Wahrnehmung auch bei anderen Begegnungen eine enorme Rolle spielt.

 

Welche optischen Botschaften senden wir?

Unterziehen wir nun unseren optischen Eindruck einer genaueren Prüfung. Dabei meine ich besonders jene Punkte, die wir selbst beeinflussen können: Die Körperhaltung, wie wir sitzen, gehen oder stehen sowie unser Gesichtsausdruck; sind wir gepflegt? Wie steht es um unsere Haarpracht? Wie um unsere Kleidung, unser Schuhwerk oder das schmückende Beiwerk – Armbanduhr, Ring, Kette etc.? Mit ihnen dokumentieren wir unsere innere Haltung und inneren Werte. Wenn wir darauf keinen besonderen Wert legen, sendet auch dies Botschaften über unsere Persönlichkeit.

 

Ringelsöckchen als Markenzeichen

Ich habe Menschen kennengelernt, die mutig genug sind, die üblichen Pfade zu verlassen und Gestaltungselemente bewusst als ihr Markenzeichen zu zelebrieren – Fliege statt Krawatte, eine auffällige Frisur, Ringelsöckchen. Oder ein interessanter Bart, wie ihn Matthias Garten, Profi für Präsentationstechnik, trägt. Wir leben glücklicherweise in einer Zeit und einem Land, in der unserer Fantasie kaum Grenzen gesetzt sind. Nur wenige nutzen allerdings dieses Privileg.

 

Die Uniformität der Kreativbranche

Fast alle Industrial Designer tragen schwarz. Vor allem in der uniformen, männlichen Geschäftswelt – dunkler Anzug, moderne Krawatte und klassisches Schuhwerk – ist es leicht, sich von der Masse abzuheben. Einen markanten Auftritt zu inszenieren hilft, um schnell wahrgenommen und wiedererkannt zu werden.

Ich werde häufig gefragt, warum ich ausschließlich weiß trage. Die Antwort ist einfach: Auch als Maschinendesigner bin ich durch meine Denk- und Arbeitsweise ein nutzenorientierter Andersdenker. Das hat vielfältige Auswirkungen.

 

Die Folge eines offenen Angriffs.

Vor vielen Jahren zeigte sich dies eklatant bei einem meiner Vorträge vor Kollegen. Ich betonte damals, dass Design Tech nur tätig wird, wenn wir bei einem Projekt die Möglichkeit sehen, durch unser Mitwirken den Erfolg unserer Auftraggeber zu steigern. Meine Kollegen kritisierten mich für diese kompromisslose Aussage massiv, denn bei den Gestaltern der Bauhaus-Generation gilt der Industrial Designer als Anwalt des Nutzers, niemals als Wasserträger der Industrie.

Dieser offene Angriff half mir, eine Entscheidung zu treffen: Ich erfand mich neu und verfolge seither meinen erfolgsorientierten Ansatz konsequent. Auch mit meiner Kleidung dokumentiere ich diesen gravierenden Unterschied im Denken und Handeln, um rasch als anders wahrgenommen werden.

 

Zwei weitere Ereignisse verstärkten meine neue Strategie in Weiß

Nachdem ich für eine Präsentation meine übliche schwarze Montur aus dem Schrank geholt hatte, erkundigte sich unser Kunde mit Sorgenfalten im Gesicht gleich zu Beginn, ob mein Outfit ein schlechtes Omen für das Projektvorhaben sei.

Zudem gab mir eine Veröffentlichung im Unternehmer-Magazin „Impulse“ Rückenwind für meine neue Strategie. Das Foto zeigte mich ganz in weiß und half mir maßgeblich bei meiner Positionierung als Success-Designer. Jetzt will mich jeder Fotograf nur noch in Weiß sehen. Folgerichtig ergänzten weiße Accessoires wie Schuhe, Armbanduhr und Tasche meine Erscheinung. Auch mein gesamtes Team musste sich bei Fototerminen in weiß präsentieren.

 

Anfangs fühlte ich mich wenig authentisch

Von nun an fiel mir meine Entscheidung beim Einkauf von Kleidern leicht: Hauptsache weiß. Zu Beginn fühlte ich mich damit zwar nicht besonders authentisch. Bald schon wurde dieser konsequente Auftritt jedoch ein Markenzeichen meiner Andersartigkeit. Sogar die von Design Tech gesponserte, ortsansässige Fußballmannschaft bekam einen weißen Trainingsanzug. Jeder Verlag, jeder Veranstalter will mich auch heute nur in diesem Outfit abdrucken oder auf der Rednerbühne sehen.

Weiß repräsentiert inzwischen auch unsere Mission: Design to Success. Erst kürzlich konnte ich davon profitieren. Bei einem Kongress fand mich eine Geschäftsfrau inmitten von Hunderten Gästen. Im Schlepptau einen Maschinenbauer, zeigte sie auf mich mit den Worten: „Den brauchen Sie!“.

 

Meine Auffälligkeit verpflichtet

Wenn ich mich daneben benehme, kann ich mich nun aber auch nicht mehr verstecken und in der Menge untertauchen. Inzwischen ist mein Auftritt nicht nur ein Markenzeichen mit hoher Differenzierung und Wiedererkennung geworden, sondern ein echter Teil meiner selbst. Weiß steht für „Design to success“. So trage ich auch in meiner Freizeit fast ausschließlich weiß. Nur bei der Gartenarbeit und bei Grillparties mache ich manchmal eine Ausnahme.

Mit meiner persönlichen Geschichte möchte ich Sie keinesfalls auffordern, ebenfalls jede Farbe zu meiden. Vielmehr möchte ich mit ihr die Macht des Markenzeichens beim persönlichen Auftritt dokumentieren. Wenn Sie am Erfolg interessiert sind, sollten auch Sie bei Ihrem Unternehmen und Ihren Maschinen auf eine eigenständige und einheitliche Wiedererkennung achten. Richtig gedacht und konsequent gemacht garantiere ich Ihnen eine messbare Erfolgssteigerung.

 

Dieses Essay habe ich Uwe zu verdanken. Er ist ein großartiger Experte für

 

 

Ihr Jürgen R. Schmid

Weblinks:
www.designtech.eu
www.maschine2020.de
www.werkzeugderzukunft.de

 


 

In meinem Buch „Standard ist tödlich“ habe ich diesen Aspekt näher betrachtet.


ISBN 978-3-947572-01-4

 


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